Beseitigung von Abflusshindernissen

Bild: Beseitigung von Abflusshindernissen

Neben dem Neu- und Ausbau von Deichen und Ufermauern spielt das Thema „Abflusshindernisse“ für den Hochwasserschutz eine wichtige Rolle. Durch Querriegel jeglicher Art – zum Beispiel durch hochgelegte Wegeverbindungen, Baum- und Sträucherreihen, Maisfelder oder Steinverbauungen – die sich im Vorland von Bächen und Flüssen befinden, kann das Wasser im Hochwasserfall nicht richtig abfließen und wird zurückgestaut. Dadurch ergeben sich höhere Wasserspiegellagen und die Deiche könnten im schlimmsten Fall bereits vor dem Erreichen der eigentlichen Auslegungswasserstände überflutet werden.

Beim Augusthochwasser 2002 wurden wesentlich höhere Wasserstände ermittelt, als es aufgrund der Abflussmengen hätten sein dürften. Die Untersuchung der Ursachen hat ergeben, dass der Bewuchs an den Ufern und im Vorland der Donau in den vorhergehenden Jahren so zugenommen hatte, dass die Vorländer nicht mehr ausreichend abflusswirksam sind.

Darüber hinaus wurde in den Vorländern immer mehr Mais angebaut, der eine zusätzliche Abflussbarriere in den Sommermonaten bildet.  Um die Bemessungswasserspiegel wieder zu erreichen, wurde von der bayerischen Wasserwirtschaft im Bereich der Donauvorländer ein sogenanntes Vorlandmanagement initiiert. Im Rahmen dieses Vorlandmanagements wurden Abflusshindernisse in Form von Bauwerken (Beseitigung bzw. Tieferlegung) oder Bewuchs (Auslichtung, Rodung, Maisanbauverbot) beseitigt. Dadurch konnten  die Wasserstände bei Hochwasser im Bereich Straubing – Vilshofen wieder deutlich reduziert werden.