Bild: Maßnahmen Binnenentwässerung

Geplante Maßnahmen zur Binnenentwässerung

Das Binnenentwässerungssystem im Polder Tundorf, Aicha, Haardorf wird grundsätzlich gegenüber dem Bestand nicht geändert, es werden lediglich Anpassungen vorgenommen.

Im Bereich der Engstelle auf Höhe Donaukilometer 2276,5 oberstrom von Thundorf wird der bestehende Graben oder die Rohrleitung an die Erhöhung und landseitige Verbreiterung des Deiches angepasst. Durch die Deichrückverlegung zwischen Thundorf und Aicha wird im Ortsbereich Thundorf ein Teileinzugsgebiet von fast 20 Hektar abgetrennt, welches bisher in einen Graben Richtung Schöpfwerk Aicha entwässert. Die Planung sieht daher vor, die Fließrichtung des Grabens in diesem Bereich umzudrehen und diesen Graben mittels Düker unter dem Russengraben an den Kugelstätter Graben und somit an das Schöpfwerk Thundorf anzubinden.

Schöpfwerk Thundorf

Auf Grundlage der hydrologischen Bemessung und der durchgeführten Bauwerksuntersuch-ungen wird beim Schöpfwerk Thundorf ein Neubau unter folgenden Paramtern errichtet:

  • Erhöhung der Leistung auf 6.200 Liter pro Sekunde
  • Neubau des Schöpfwerkes Thundorf. Der Neubau wird aufgrund der hohen erforderlichen Pumpenleistungen notwendig. Wegen der Schaffung eines Mahlbusens für den Russengraben wird das neue Schöpfwerk ca. 80 Meter oberstrom des bestehenden Schöpfwerkes errichtet. Somit kann das bestehende Schöpfwerk noch während der Bauzeit genutzt werden.
  • Zwischen den beiden Mahlbusen ist im Trenndamm ein Regelungsbauwerk vorgesehen, welches eine variable Abflussaufteilung der beiden Einzugsgebiete ermöglicht (Optimierung der Steuerung, Umleiten bei Revision).
  • Der bestehende Auslaufgraben auf der Wasserseite des Deiches wird um ca. 80 Meter nach oberstrom bis zum neuen Auslaufbauwerk verlängert. Somit bleibt die Abflusscharakteristik des bestehenden Grabens erhalten.
  • Der zulässige Binnenwasserspiegel wird sowohl beim Kugelstätter Graben als auch beim Russengraben gegenüber dem Ist-Zustand nicht verändert.

Schöpfwerk Aicha

Auf Grundlage der hydrologischen Bemessung und der durchgeführten Bauwerksuntersuch-ungen wird beim Schöpfwerk Aicha ein Neubau unter folgenden Paramtern errichtet:

  • Die Pumpleistung des neuen Schöpfwerks wird auf 4.900 Liter pro Sekunde erhöht.
  • Das Siel am Schöpfwerk wird ebenfalls neu errichtet.
  • Die Lage des Einlaufes bleibt aus fischökologischen Gründen wie im Bestand im Unterwasser der Pumpenzuläufe. Die Sielachse mit Auslauf wird allerdings im Vergleich zum Bestand nach Unterwasser verschwenkt, um so das bestehende Siel während der Bauphase möglichst lange nutzen zu können.
  • Der zulässige Binnenwasserspiegel wird gegenüber dem Ist-Zustand nicht verändert.

Siel Poschenlohgraben

Das Siel des Poschenlohgrabens wird in rückverlegter Trasse des Deiches zwischen Aicha und Haardorf neu gebaut. Die beiden Schütztafeln der Verschlussorgane werden in einem Schacht in Deichachse angeordnet. Das bestehende Siel wird abgebrochen.

Siel Mühlbachgraben

Das Siel des Mühlbachgrabens wird in rückverlegter Trasse des Deichs zwischen Aicha und Haardorf neu gebaut. Die beiden Schütztafeln der Verschlussorgane werden in einem Schacht in Deichachse angeordnet. Das bestehende Siel wird abgebrochen.

Schöpfwerk Haardorf

Bereich Haardorf ist ein eigener kleiner Polder, der abgegrenzt vom Polder Thundorf/Aicha betrachtet und beplant wird.Der Polderbereich wird von zwei parallelen Hochrändern links und rechts des Haardorfer Mühlbaches begrenzt. Bei großen Hochwasserereignissen der Donau wird der Haardorfer Mühlbach von der Donau rückgestaut. Die Wohngebäude der Ortschaft Haardorf bzw. Mühlham entlang des Haardorfer Mühlba-ches befinden sich im Wesentlichen auf den beiden Hochrändern. Einige Wohngebäude liegen unter dem HW100-Wasserstand.

Es ist vorgesehen, den Haardorfer Mühlbach bis zum 5-jährlichen Hochwasser der Donau in freier Vorflut abzuführen. Erst bei höheren Donauwasserständen wird das Siel geschlossen. Die Binnenentwässerung des Haardorfer Mühlbaches erfolgt dann über das Schöpfwerk Haardorf.

Das Schöpfwerk Haardorf wird auf einen Förderstrom von 3.600 Litern pro Sekunde ausgelegt. Die Pumpleistung des Schöpfwerks stellt damit sicher, dass unter Ansatz eines kurzzeitigen binnenseitigen Überstaus über den regulären Betriebswasserstand der maximal zulässige Binnenwasserspiegel auch bei einem 100-jährlichen Hochwasserereignis (maßgebende Kombi-nation aus Donauhochwasser und Binnenereignis) nicht überschritten wird. Damit wird die tiefst gelegene Wohnbebauung (ohne Keller) in Haardorf vor einem 100-jährlichen Hochwasserereig-nis (maßgebende Kombination aus Donauhochwasser und Binnenereignis) geschützt. Die Keller erhalten durch das Schöpfwerk einen Schutz vor einem ca. 25-jährlichen Hochwasserereignis (maßgebende Kombination aus Donauhochwasser und Binnenereignis).

Für das Schöpfwerk wird kein gesonderter Mahlbusen vorgesehen, dieser bildet sich im Rück-staubereich des Haardorfer Mühlbachs aus. Die Lage des Haardorfer Mühlbachs wird im Bereich des Schöpfwerks angepasst. Eine Vertiefung des Grabens ist nicht erforderlich. Das Schöpfwerk wird in kompakter Bauweise aus Stahlbeton errichtet. Das Einlaufbauwerk, die Pumpenkam-mern, der Hochbau und das Siel werden in einem Bauwerk zusammengefasst.

Das unter Denkmalschutz stehende Schöpfwerk Aicha bleibt als Bauwerk erhalten. Das neue Schöpfwerk wird unweit dieser Anlage errichtet.
Bild: Maßnahmen Binnenentwässerung
Das Schöpfwerk Thundorf bleibt als Bauwerk erhalten. Der funktionale Neubau erfolgt ca. 80 Meter weiter oberhalb der Bestandsanlage.
Bild: Maßnahmen Binnenentwässerung
Der Auslauf des Schöpfwerkes Aicha zur Donau hin
Bild: Maßnahmen Binnenentwässerung
Auch der große und ökologisch wertvolle Mahlbusen vor dem Schöpfwerk Aicha ist ein Bereich, der künftig vor einem 100-jährlichen Donauhochwasser geschützt wird.
Bild: Maßnahmen Binnenentwässerung