Bild: Maßnahmen Hochwasserschutz

Geplante Maßnahmen im Hochwasserschutz

Die bisher zusammenhängenden Polder Niederalteich und Gundelau/Auterwörth werden im Rahmen des vorgezogenen Hochwasserschutzprojekts Niederalteich durch den Querdeich Gundelau südöstlich der Hofstelle Gundlau in zwei Polder getrennt.

Aufgrund der Nutzung der Flächen bleibt der bestehende Ausbaustandard des Hochwasser-schutzes im Polder Gundelau/Auterwörth im Wesentlichen unverändert und der Polder bleibt als Hochwasserrückhalteraum erhalten. Das vorhandene Retentionsvolumen im Hochwasserrück-halteraum wird auch künftig zur Vermeidung nachteiliger Auswirkungen auf die Unterlieger zur Verfügung stehen.

Durch die wasserspiegelabsenkenden Maßnahmen im Teilabschnitt 2, Deggendorf–Vilshofen, erhöht sich die Jährlichkeit der ersten Deichüberströmung bzw. der Aktivierung des Hochwasser-rückhalteraums von HQ30 auf HQ40. Des Weiteren wird der Hochwasserschutz dahingehend verbessert, dass der Hochwasserrückhalteraum künftig von der Überlaufstrecke bei Do-km 2266,80 aus überschwemmt wird. Eine Flutung durch Überströmung des Donaudeichs im Bereich von Do-km 2274,00 bis 2273,00 mit starkem Durchfluss durch den Polder und damit einhergehenden Schäden aus dem Strömungsangriff erfolgt künftig erst bei weit über 100-jährlichen Ereignissen und trifft dann auf einen bereits teilgefüllten Rückhalteraum. Die Wasserspiegelhöhe im Hochwasserrückhalteraum reduziert sich dadurch um bis zu 2 m.

Entlang der Donau besteht der Hochwasserschutz künftig aus den Deichabschnitten Deich Auterwörth, Deich Auterwörth-Deichrückverlegung in der Mühlhamer Schleife und den Deich Auterwörth vor dem Schöpfwerk. Diese Deichtrasse bildet die erste Deichlinie und schützt den Polder gegen Hochwasser der Donau. Gleichzeitig begrenzt er durch seine Leitdeichfunktion den Wasserspiegel im Hochwasserrückhalteraum Gundelau/Auterwörth bei einem Bemessungs-hochwasser auf dem Wasserstand bei Donau-km 2266,8. Damit können die 2. Deichlinien mit dem Querdeich Gundelau (Bestandteil der vorgezogenen Maßnahme Niederalteich) und dem rechten Rücklaufdeich der Hengersberger Ohe deutlich niedriger ausgeführt werden.

Die Leitstruktur Auterwörth konzentriert den Abfluss auf Höhe der Deichrückverlegung in der Mühlhamer Schleife bei kleineren Hochwasserabflüssen im bisherigen Abflussquerschnitt.

Der orographisch rechts der Hengersberger Ohe gelegene Rücklaufdeich wird als Deich Hen-gersberger Ohe rechts bezeichnet. Er verhindert bei einer Aktivierung des Hochwasserrück-halteraums ab HQ40 als zweite Deichlinie das Weiterströmen des Wassers aus dem Hochwasserrückhalteraum in die Hengersberger Ohe und somit weiter in die Ortschaften Niederalteich, Hengersberg und Winzer.

Des Weiteren schützt er den Hochwasserrückhalteraum vor einem Eigenhochwasser der Hengersberger Ohe sowie vor dem Rückstau von Donauhochwasser bis HQ40. Der Leitdeich Winzer-Donau zwischen dem Anschluss des Deichs Hengersberger Ohe rechts an den Deich Auterwörth (SW) und der Mündung des Winzerer Letten gewährleistet bei Do-nauhochwasser einen Wasserspiegel in der Hengersberger Ohe, der vom Donaupegel im Mündungsbereich des Winzerer Letten (Do-km 2264,20) bestimmt wird. Die Hochwasser-schutzeinrichtungen entlang der Hengersberger Ohe können dadurch innerhalb des Pla-nungsgebiets um etwa 0,6 m niedriger ausgeführt werden.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Schutzkonzept nur dann einen wirksamen Schutz der Siedlungsflächen vor einem 100-jährlichen Hochwasser bieten kann, nachdem alle hier beschriebenen Maßnahmen umgesetzt worden sind.

Gefördert durch: die Bundesregierung aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages
Die Donaudeiche zwischen der Niederalteicher Kläranlage und der Mühlhamer Schleife werden erdbaulich verbreitert und um rund einen Meter erhöht.
Bild: Maßnahmen Hochwasserschutz

Deich Auterwörth

Der bestehende Deich wird von oberstrom - beginnend ab dem Zusammenschluss mit dem neuen Querdeich Gundelau - bis kurz vor den Scheitel der Mühlhamer Schleife in bestehender Trasse landseitig aufgehöht. Der Anschluss an die bestehende Innendichtung erfolgt mit einem Lehmkeil. Ab der Deichüberfahrt bei der Hofstelle Aichet wird eine neue Deichinnendichtung erstellt. Im Bereich des Scheitels der Mühlhamer Schleife wird der Deich in einer bis zu 450 Meter zurückverlegten Trasse neu gebaut. Ab dem Scheitel der Mühlhamer Schleife bis zu der Stelle, an der der rückverlegte Deich wieder auf die alte Trasse trifft, wird der Bestandsdeich vollständig abgetragen.

Bei Donaukilometer 2267,7 trifft der neue Deich wieder auf den Bestandsdeich. Der bestehende Deich von Donaukilometer 2266,7 bis 2267,7 wird nicht aufgehöht, aber durch eine neue Innendichtung verstärkt. In diesem Bereich werden dann auch die erodierbare Schwelle zur Aktivierung des Retentionsraums Auterwörth sowie eine Auslaufstelle zur Entleerung der Flächen errichtet. Die mobile Hochwasserschutzwand bei Donaukilometer 2267,3 bleibt erhalten.

Der Polder Gundelau/Auterwörth bleibt auch künftig als Retentionsraum erhalten, der über eine niedrige Schwelle südlich des Schöpfwerkes Auterwörth etwa ab HQ 40 volllaufen kann.
Bild: Maßnahmen Hochwasserschutz

Leitdeich Auterwörth

Der Bestandsdeich wird im Bereich der Deichrückverlegung bis zum Scheitel der Mühlhamer Schleife teilabgetragen und verbleibt ca. auf Höhe HW10 als Leitdeich. Auf diese Weise wird verhindert, dass bereits bei kleineren Hochwässern große Anteile des Abflusses über das Vorland abfließen und die Fließgeschwindigkeiten im Flussschlauch abnehmen. Dies würde den Geschiebedurchsatz in der Mühlhamer Schleife verringern und die Unterhaltung der Wasserstraße im nautisch schwierigen Abschnitt der Mühlhamer Schleife erhöhen. Beim Bemessungshochwasser HQ100 wird der Leitdeich überströmt und es steht der gesamte Abflussquerschnitt zur Verfügung.

Deich Gundelau

Der Deich Gundelau erfüllt künftig zwei Funktionen. Zum einen bildet er den Rückstaudeich der Hengersberger Ohe, zum anderen verhindert er bei Volllaufen des Polders, dass das Wasser weiter in die Polder Winzer und Niederalteich/Hengersberg strömt. Er ist somit der Hauptdeich der Donau für den Bemessungswasserstand HW100 bei Donaukilometer 2266,8 mit einem Meter Freibord.

Der Deich trennt die Polder Niederalteich und Gundelau/Auterwörth unterhalb der Hofstelle Gundlau bei mit einem Querdeich zwischen dem Donau- und dem Ohedeich. Der Querdeich ist erforderlich, um den Polder Niederalteich bei Flutung des Hochwasserrückhalteraums Gundelau/Auterwörth vor Einstau von unterstrom zu schützen.

Anschließend verläuft der Deich in teils rückverlegter Trasse parallel zu den bestehenden Deichen der Hengersberger Ohe bis er bei Donaukilometer 2266,5 wieder auf den Donaudeich trifft. Die Aufhöhung beträgt ca. einen halben Meter. In den Abschnitten der Deichrückverlegung wird der Bestandsdeich der Hengersberger Ohe rückgebaut.

Deich Winzer Donau

Der Leitdeich Winzer Donau wird über die gesamte Länge auf den Bemessungswasserstand mit 1 m Freibord auf der donauabgewandten Seite aufgehöht. Eine donauseitige Deichaufhöhung wird zur Vermeidung der Reduzierung des Abflussquerschnitts nicht ausgeführt. Eine Deichrückverlegung ist nicht möglich, da unmittelbar am donauabgewandten Deichfuß das Naturschutzgebiet „Donaualtwasser Winzerer Letten“ beginnt. Da der Deich bei Hochwasser beidseitig eingestaut wird und um die Eingriffe in das Naturschutzgebiet so gering wie möglich zu halten, ist der Deich ohne Deichhinterweg geplant. Als Unterhaltungsweg ist ein Wirtschaftsweg im landseitigen Schutzstreifen vorgesehen.

Unterhalb des Kreuzungspunktes des Deiches der Hengersberger Ohe mit dem Donaudeich wird der Donaudeich im Bereich der Winzerer Straßenbrücke erdbaulich verbreitert und erhöht. Oberhalb befindet sich künftig die erodierbare Schwelle zur Aktivierung des Hochwasserretentionsraumes.
Bild: Maßnahmen Hochwasserschutz

Hochwasserrückhalteraum Gundelau/Auterwörth

Die Flächen des Polders Gundelau/Auterwörth bleiben wie im Bestand als Hochwasserrück-halteraum erhalten. Die Überschwemmung des Polders erfolgt wie bisher bei Hochwasserer-eignissen der Donau von etwa HQ40. Die Überströmungshäufigkeit und die landwirtschaftlichen Nutzungsbedingungen bleiben unverändert. Die Überschwemmung des Polders erfolgt künftig am tiefsten Punkt des Polders, unterstrom des Schöpfwerks Auterwörth. An dieser Stelle wird in den Deich eine so genannte erodierbare Schwelle eingebaut, die erst etwa ab dem vorgese-henen 40-jährlichen Hochwassers der Donau zu erodieren beginnt und dann einen vordefinierten Abflussquerschnitt für die langsame Flutung des Hochwasserretentionsraumes freigibt. In diesem Bereich wird zudem eine Auslaufstelle zur Entleerung der überfluteten Flächen errichtet.

Der Donaudeich in der Mühlhamer Schleife wird abgetragen und in rückverlegter Trasse neu errichtet.
Bild: Maßnahmen Hochwasserschutz