Planfeststellungsbeschluss zum Donauausbau im Teilabschnitt 2 liegt vor

Erste Arbeiten zum Donauausbau zwischen Deggendorf und Vilshofen beginnen noch im Herbst 2026

Die Planfeststellungsbehörde bei der Generaldirektion für Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) am Standort Würzburg hat heute als zuständige Behörde den Planfeststellungsbeschluss für den Donauausbau im Teilabschnitt 2 zwischen Deggendorf und Vilshofen bekannt gegeben. Er umfasst den Ausbau der Bundeswasserstraße Donau sowie die Erweiterung der Hochwasserschutzanlagen für ein 100-jährliches Hochwasser auf dem rund 32 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Isarmündung bei Deggendorf und Vilshofen. Die vorbereitenden Planungen wurden von 2013 bis 2015 mit EU-Mitteln im Rahmen des Programms für die Verwirklichung der transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN) gefördert.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: „Der Planfeststellungsbeschluss für den Donauausbau zwischen Deggendorf und Vilshofen ist ein wichtiger Schritt für moderne Infrastruktur in Deutschland. Er steht für das Comeback der Infrastruktur: Wir bringen zentrale Projekte wieder schneller von der Planung in die Umsetzung. Mit dem Ausbau stärken wir die Donau als wichtige europäische Wasserstraße und verbessern die Bedingungen für die klimafreundliche Binnenschifffahrt. Gleichzeitig investieren wir in einen wirksamen Hochwasserschutz für die Menschen in der Region. Bund und Bayern zeigen damit gemeinsam, dass wirtschaftliche Stärke, ökologische Verantwortung und leistungsfähige Infrastruktur Hand in Hand gehen.“

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber: „Die erteilte Planfeststellung gibt endlich grünes Licht für den Donauausbau zwischen Deggendorf und Vilshofen und damit für den zweiten Teilabschnitt des größten Hochwasserschutzprojekts in Bayern. Das ist eine gute Nachricht für die Menschen in Niederbayern. In den zurückliegenden Jahren wurden bereits über 300 Millionen Euro in den Hochwasserschutz zwischen Deggendorf und Vilshofen investiert. Der Grundschutz vor einem hundertjährlichen Hochwasserereignis kann nun schnellstmöglich fertiggestellt werden. Im Ernstfall zählt jeder Zentimeter. In Summe investieren der Freistaat Bayern, gemeinsam mit dem Bund und den Kommunen vor Ort, rund 1,4 Milliarden Euro zum Schutz der Menschen in der Region.“

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: "Der Planfeststellungsbeschluss zum zweiten Abschnitt des Donauausbaus zwischen Deggendorf und Vilshofen ist ein gutes Signal: in erster Linie für den dringend notwendigen Lückenschluss beim Hochwasserschutz, aber auch für die Schifffahrt in Bayern. Mit dem Ausbau dieses Abschnitts wird die letzte Engstelle auf der Rhein-Main-Donau Großschifffahrtsstraße beseitigt werden. Der Donauausbau wird außerdem die parallellaufende A3 entlasten und damit einen Beitrag zur Verlagerung des Verkehrs auf das umwelt- und klimafreundliche Verkehrsmittel Binnenschiff leisten. Er wird für die Anwohnerschaft und Natur so umweltschonend wie nur möglich erfolgen."

Mit dem Planfeststellungsbeschluss wird den Vorhabenträgern Bundesrepublik Deutschland und Freistaat Bayern, die beide durch die WIGES Wasserbauliche Infrastrukturgesellschaft mbH vertreten werden, die Baugenehmigung für den Ausbau der Wasserstraße Donau mit flussregelnden Maßnahmen (Aus- und Neubau von Buhnen, Parallelwerken und Flussinseln) sowie für den Neubau von 16,5 Kilometern und den Ausbau weiterer 13,5 Kilometern Deich, für den Aus- und Neubau von 4 Schöpfwerken und einer Schöpfstelle sowie den Bau dreier großer Flutmulden inklusive aller ökologischen Ausgleichsmaßnahmen erteilt. Nach Abschluss aller Maßnahmen stehen der Binnenschifffahrt bei Niedrigwasser durchgehend 20 Zentimeter mehr Abladetiefe (entspricht rund 200 Tonnen mehr Ladung) zur Verfügung und für die Bevölkerung besteht dann ein durchgehender Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser der Donau. Die veranschlagten Gesamtbaukosten im zweiten Teilabschnitt liegen inklusive Ökologie, Grunderwerb und Planung bei rund 625 Millionen Euro (Kostenstand Juli 2024).

Im Rahmen des umfangreichen Verfahrens hatte die Planfeststellungsbehörde insgesamt rund 300 Einwendungen zu würdigen und die EU-Kommission zu beteiligen. Bereits im Juni können die ersten Ausschreibungen veröffentlicht werden, ehe bei planmäßigem Verlauf noch im Herbst die ersten Arbeiten an zwei Massivbauwerken beginnen sollen. Der Deichbau startet dann nach der Winterpause im Frühjahr 2027. Informationen zum Bauablauf für den Wasserstraßenausbau und für den Ausbau der Hochwasser­schutzanlagen werden durch Vertreter der WIGES GmbH, der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes und des Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf in Kürze vorgestellt.

Der Beschluss ist ab heute (18. Mai 2026) für zwei Wochen auf der Internetseite der GDWS veröffentlicht und kann dort von allen Bürgerinnen und Bürgern eingesehen werden. Bei Bedarf kann der Planfeststellungsbeschluss auch in Papierform in Deggendorf, Osterhofen, Passau und Vilshofen an der Donau eingesehen werden. Die Details der Veröffentlichung sind der amtlichen Bekanntmachung zu entnehmen.

Den Link dazu finden Sie hier: https://www.gdws.wsv.bund.de/SharedDocs/Planfeststellungsverfahren/DE/600_Donau_Deggendorf_Vilshofen.html