Bundesminister Steffen Bilger, Staatsminister Christian Bernreiter und Ministerialdirektor Dr. Rüdiger Detsch informieren sich vor Ort über den Stand der Vorbereitungen zum Donauausbau im zweiten Teilabschnitt

Mit dem Planfeststellungsbeschluss für den zweiten Teilabschnitt des Donauausbaus vom 22. April 2026 besteht nun auch im Streckenabschnitt zwischen Deggendorf und Vilshofen Baurecht. Die vorbereitenden Arbeiten für einen raschen Baubeginn bei zwei Massivbauwerken im Herbst dieses Jahres sowie für den Deichbau im kommenden Frühjahr laufen auf vollen Touren. Auf Basis vorläufiger Anordnungen wurden bereits seit dem Jahr 2022 zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um nach Erlass des Planfeststellungsbeschlusses ohne weitere Verzögerungen mit dem Bau beginnen zu können.

Am heutigen Montag haben sich Bundesminister Steffen Bilger, Staatsminister Christian Bernreiter und Ministerialdirektor Dr. Rüdiger Detsch aus dem Bayerischen Umweltministerium vor Ort an der Donau bei Thundorf, wo gerade archäologische Grabungen durchgeführt werden, über den Stand der Vorbereitungen informiert.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger:

„Der Donauausbau wird Schritt für Schritt vor Ort sichtbar und wird dank vieler Maßnahmen für einen durchgängigen Schutz vor Hochwasser sorgen. Er steht beispielhaft dafür, wie wir wichtige Infrastrukturprojekte zügig vom Planen ins Bauen bringen. Bund und Freistaat treiben das Vorhaben gemeinsam voran, um den Hochwasserschutz entlang der Donau weiter zu verbessern und gleichzeitig die Bedingungen für eine leistungsfähige und klimafreundliche Binnenschifffahrt auf einer Wasserstraße von europäischer Bedeutung zu stärken.“

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter:

„Der Planfeststellungsbeschluss zum zweiten Abschnitt des Donauausbaus zwischen Deggendorf und Vilshofen ist ein gutes Signal, in erster Linie für die dringend notwendige Verbesserung beim Hochwasserschutz. Wenn dieser fertiggestellt ist, kann in den Donaugemeinden endlich wieder gebaut werden. Darauf warten die Menschen sehnlichst! Auch für die Schifffahrt in Bayern ist der Beschluss ein Fortschritt. Mit dem Ausbau dieses Abschnitts wird die letzte Engstelle auf der Rhein-Main-Donau Großschifffahrtsstraße entschärft. Der Donauausbau wird außerdem die parallellaufende A3 entlasten und damit einen Beitrag zur Verlagerung des Verkehrs auf das umwelt- und klimafreundliche Verkehrsmittel Binnenschiff leisten. Er wird für die Anwohnerschaft und Natur so schonend wie nur möglich erfolgen."

Ministerialdirektor Dr. Rüdiger Detsch aus dem Bayerischen Umweltministerium:

„Bayerns größtes Hochwasserschutzprojekt ist ein deutliches Zeichen für die Region. Der Planfeststellungsbeschluss für den zweiten Teilabschnitt des Donauausbaus liegt nun vor, das Jahrhundertprojekt ist wieder voll auf Kurs! In den kommenden zehn Jahren werden wir das längste zusammenhängende Deichsystem Bayerns mit aller Entschlossenheit vorantreiben. Mit dem Dreiklang der Sicherheit - Deichrückverlegungen, Deicherhöhungen und Deichneubauten - schützen wir künftig die Ortschaften an diesem Donauabschnitt."

Zu den bereits durchgeführten bzw. gerade laufenden vorbereitenden Maßnahmen zählen insbesondere:

  • Bohrkampagnen für Baugrundaufschlüsse:

Zur Verdichtung der bereits aus der sog. EU-Studie vorliegenden Baugrundaufschlüsse wurden umfangreiche Bohrkampagnen gestartet, um für die Planung genauere Kenntnisse über die Untergrundverhältnisse erlangen.

  • Anlage diverser LBP-Flächen und Umsiedelung geschützter Tierarten:

Zahlreiche Einzelmaßnahmen des Landschaftspflegerischen Begleitplans (LBP) wurden zum Teil unter Berücksichtigung einer Vorlaufzeit von bis zu zwei Jahren bis zum Baubeginn der eigentlichen Baumaßnahmen realisiert.

  • Umsetzung von „PIK-Maßnahmen“:

Umfangreiche Gespräche wurden geführt, um Landwirte über die Möglichkeiten produktionsintegrierter Maßnahmen (PIK) auf Ackerflächen zu informieren und für eine Teilnahme zu gewinnen, eine Vielzahl an Verträgen konnte geschlossen werden.

  • Archäologische Untersuchungen:

Basierend auf Ausarbeitungen archäologischer Experten wurden umfangreiche archäologische Untersuchungen der überplanten Flächen durchgeführt.

  • Rodungs- und Fällarbeiten:

Den Fällarbeiten auf den späteren Deichaufstandsflächen gingen umfangreiche Kartierungen zu Totholzkäfern, Fledermausquartieren und Nisthöhlen verschiedener Vogelarten voraus. Zahlreiche Nistkästen wurden an geeigneten Stellen mit ausreichend zeitlichem Vorlauf im Projektgebiet aufgehängt.

  • Vorbereitung der Ausschreibungsunterlagen für die Baumaßnahmen:

Die Unterlagen wurden so weit wie möglich vorbereitet, um diese unmittelbar nach Erlass des Planfeststellungsbeschlusses veröffentlichen zu können.

Der Donauausbau im zweiten Teilabschnitt umfasst den Ausbau der Bundeswasserstraße Donau sowie den Aus- und Neubau der Hochwasserschutzanlagen für ein 100-jährliches Hochwasser auf dem rund 32 Kilometer langen Abschnitt zwischen der Isarmündung bei Deggendorf und Vilshofen. Nach Abschluss aller Maßnahmen stehen der Binnenschifffahrt bei Niedrigwasser durchgehend 20 Zentimeter mehr Abladetiefe (entspricht rund 200 Tonnen mehr Ladung) zur Verfügung und für die Bevölkerung besteht dann ein durchgehender Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser der Donau.

Die angesetzten Gesamtbaukosten im zweiten Teilabschnitt liegen inklusive Ökologie, Grunderwerb und Planung bei rund 625 Millionen Euro (Kostenstand Juli 2024). Die vorbereitenden Planungen wurden von 2013 bis 2015 mit EU-Mitteln im Rahmen des Programms für die Verwirklichung der transeuropäischen Verkehrsnetze (TEN) gefördert.